Die Wirkungen verschiedener Arten von Begegnungen
Mir fiel in den letzten menschlichen Interaktionen erneut auf, daß die Qualität der Begegnung direkt davon abhängig ist, wie viel Offenheit einer bereit ist, willkommen zu heißen. Mit Offenheit meine ich einfach das Zugestehen und Ertragen von dem, was gerade in dem Moment wahr ist: Gefühlen, Beobachtungen, Empfindungen. Wenn das übliche intellektuelle Abfiltern wegfällt und feinere Nuancen wahrgenommen werden dürfen, verdichtet sich die Energie von selbst. Es entsteht Präsenz, Wertschätzung, Dankbarkeit. Das ist wie eine Medizin gegen alle Scheinproblemen. Die Welt ist dann einfach nur in Ordnung und alles rückt in den richtigen Platz. Es hallt auch nach der Begegnung nach und nach.
Jemanden zu erleben, der im Herzen schwingt, ist tatsächlich ein Geschenk. Es holt mich zurück zum Wesentlichen. Das geht auch alleine, während ich tanze oder Musik mache, oder einfach nur da sitze. Aber es ist eine nötige und wichtige Erfahrung, dieses Geschenk in der Gegenwart anderer zu erleben. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, daß nur solche Begegnungen einen Wert haben. Alle anderen führen in die Irre und schwächen einem. Das Abtasten durch tausenden von Ecken, Annahmen, Vorstellungen und Projektionen von sich selbst, von dem anderen und von dem, was ‘sein soll’, bedeutet eine riesige Energieverschwendung und Verlust an innerer Orientierung. Da hilft man sich nicht, sondern schwächt man sich gegenseitig.
Das andere erbringt die entgegengesetzte Wirkung: Es stärkt das Wahre in einem. Man ist dann kein Bündel mehr aus Knochen, Fleisch, Vorstellungen und angenommenen Anteilen, sondern einfach nur ganz.
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