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Mozarts Requiem

10. Januar 2012

Ich hörte heute Abend eine Aufnahme von Mozarts Requiem, die sehr viel Gefühl überträgt. Bei ‘Confutatis’ und ‘Lacrimosa’ wurde ich von Tränen überwältigt.

Die Passage ist von solcher Schönheit, daß es weh tut (vor allem die 8 Takte ab 30:30 - Mozart hat nur bis zum 8. Takt von Lacrimosa geschrieben).

Mozart sah den Tod offensichtlich anders als die meisten Menschen dieser Kultur.

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Nachtrag: Vor ein paar Jahren besuchte ich eine Vorlesung über Mozart, die der Dirigent des Orchesters, wo ich die vergangenen Jahren mitgespielt habe, gegeben hat. Die Vorlesung konzentrierte sich auf die revolutionären Opern “Così fan tutte” und Zauberflöte (durch die Vorlesung haben wir sogar Karten für die Oper bekommen und sind nach M. gefahren, um “Così fan tutte” anzuschauen). Es ging um die Zeit der französischen Revolution und um Mozarts Bemühung zur politischen Aufklärung: seine Musik war politisch bewußt, er kritisierte die gesellschaftliche Lage. Unter anderem, redete F. auch über Mozarts Auseinandersetzungen mit dem Tod. Das hat mich an der ganzen Vorlesung am meisten berührt (auch wenn es interessant zu erfahren war, wie politisch veranlagt Mozart letztendlich war). Ich erinnere mich, daß er sagte, Mozart wäre nach einem gewissen Punkt seines Lebens, fast täglich bewußt gewesen, jederzeit sterben zu können. Das verlieh ihm eine ungeheuerliche Kraft, die bekannte Ausstrahlung und Brisanz — die aus seiner Musik zu hören sind. Er sah den Tod als einen engen Freund und meinte, daß diesen zu akzeptieren, der wahre Endzweck unseres Lebens ist.

Während er das Requiem schrieb, wußte er offensichtlich, daß er sterben würde. Es geht in dem Stück nicht nur um Tod, sondern um Leben. Diese Trennung hört eigentlich auf, zu existieren. Die Musik ist eine Begegnung von beiden Zuständen.

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F. verfasste einen Artikel über Mozart, den ich sehr gut finde. Hier schrieb er über Requiem — seine Beschreibungen ähneln sehr, wie es mir bei dem Stück geht.

Diese Szene aus Mozarts Film beeindruckte mich auch am meisten — auch wenn die Geschichte nicht wirklich so ist, wie es in dem Film erzählt wird. Diese Szene, in der Mozart am Sterbebett liegt und Salieri die Musik zum Schreiben vorsingt, hat etwas Magisches. Es wird von Höllenfeuer und Erlösung geredet (auch musikalisch).

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