„Ich bin Du, Du bist ich“
8.11.2009
Meine Mutter und Schwester sind im Zimmer um mich herum, während ich meine Koffer packe. Die Rede ist von irgendwelchen Sachen ohne Bedeutung. Ich versuche mich darauf zu konzentrieren, was ich gerade mache: auszuwählen, was ich mitnehme und was nicht, und wie ich es am besten packen kann.
Überraschend erinnere ich mich an etwas Vergessenes. Die Name von Maharshi kommt mir in dem Moment nicht in dem Sinn, erst später.
Es wird mir unerklärlich offensichtlich, wie es eine Illusion ist, zu denken meine Schwester wäre eine, meine Mutter eine andere und ich eine andere. Diese Trennung scheint mir auf einmal völlig absurd. Inzwischen sagt meine Mutter, daß sie mich vermissen wird. In dem Moment weiß ich, daß das unmöglich ist: wie kann man etwas vermissen, was man selbst ist?
„Ich bin Du und Du bist ich. Du kannst mich nicht vermissen“, sage ich. Sobald ich das sage, versuche ich selber zu verstehen, was ich sage. Die Einsicht geht verloren. Ich erinnere mich an Maharshi: Ich meine irgendwann dasselbe bei ihm gelesen zu haben. Diese verwirrte Erinnerung ist schon konstruiert und hat eine andere Qualität als der erste Satz.