Das Hinauszögern raubt Kraft und verstärkt die Verstandessucht

2009 November 9
by Daniela

7.11.2009

Ich habe ein Treffen mit einer Professorin in SP, die in ihrer Doktorarbeit ein relevantes Thema für meine Doktorarbeit herausgearbeitet hat. Während wir reden, fällt mir mehrmals auf, daß Vieles wovon sie redet, ich schon vorher gedacht und berücksichtigt habe. Ich habe aber gar nichts davon wirklich geschrieben oder ernsthaft untersucht – es steht alles in meinem Kopfbrei drinnen. Als ich das wahrnehme, wird es mir beinah schlecht: Ich kann noch tausende tolle Insights haben, sie helfen alle nichts, wenn ich sie nur im Kopf habe. Es bringt gar nichts, viele verschiedene Ideen für die Dissertation zu haben, und davon weniger als 10% wirklich zu überprüfen und durchzuführen. Jede kleine hinauszögerte Idee führt mich dazu, Kraft zu verlieren. Ich fange dann an, hinterherzulaufen und habe nur noch Absichten und Vorhaben im Kopf, die wiederum neue Absichten und Vorhaben füttern. Dabei wird immer schwieriger, die Prioritäten zu erkennen und ich gerate durcheinander.

Die Verstandessucht lebt von dieser Absichtswelt, die ich jedesmal füttere, indem ich etwas hinauszögere und nicht jetzt sofort behandele.

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