Traum vom Schwulen Freund
Heute hatte ich ein seltsamer Traum. Es ist mir peinlich, ihn zu beschreiben. Ich habe es schon gewagt, ob ich es nicht lieber stehen lasse. Es ist aber natürlich Unsinn, den Traum jetzt nicht zu beschreiben, weil ich sonst „komisch“ vorkommen könnte. Der Sinn, ein öffentliches Tagebuch zu schreiben, hat auch damit zu tun, keine Angst zu haben, mich zu zeigen, so wie ich bin – mit allen meiner Zweifel und Züge. Durch das „Öffentliche Schreiben“ entsteht eine ganz bestimmte Energie, die etwas mit Freiheit zu tun hat. Ich bin nämlich nicht das, was ich beschreibe. Das alles, was ich hier beschreibe, sind bloße Vorgänge – und das kann ich nur selbst fühlen, in dem Moment, wo ich mich nicht mehr damit identifiziere. (Die anderen, die hier lesen, können das natürlich nicht empfinden. Das kann ich nur selbst.) Also, zum Traum:
Ich liege im Bett mit einem Freund von mir und wir sind beide nackt. Dieser Freund von mir ist Schwul und ich habe mich nie zu ihm angezogen gefühlt – ich verstehe im ersten Moment nicht, wieso wir hier nackt liegen.
Wir machen Sex miteinander. Er zeigt mir, wie er am liebsten mag, daß man seinen Penis berührt. Ich mache es so, wie er gerade zeigt. Er unterbricht mich und sagt, daß es noch viel zu kühl ist. Ich bin noch nicht leidenschaftlich genug. Ich versuche es nochmal und er sagt, „Du bist noch „viel zu brav“. Der Ton ist eindeutig provokativ. Ich werde langsam sauer. Jetzt heißt es, daß ich mich wie eine Nonne benehme und mich nicht richtig fallen lassen kann. Es kommt mir so vor, als wir in einen Unterricht sind, und nicht beim Sex machen. Wir machen weiter. Er unterbricht nochmal und sagt: „Dani, entschuldige, aber Du bist meilenweit davon entfernt, gut im Bett zu sein. So geht es nicht.“ Ich werde immer geladener mit seinen Provokationen. Er schreit: „Ja! So ist besser! Ich sehe wie es in Dir zu brennen anfängt. Du bist sauer! Ja, komm aus deiner Kontrolle heraus und zeige mir was Du kannst!“
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Dieser Freund von mir, den ich jetzt ewig nicht mehr gesehen habe, schätze ich sehr für seine Offenheit und Mut. Allein daß er in einer kleinen und konserativen Stadt in B. dazu gestanden ist, keine Frauen, sondern Männer zu mögen, zeigt seine innere Kraft. Ich habe ihn immer für seine unmoralische Freiheit bewundert. Er kann oft unverschämt werden, was ich immer klasse fand.
Im Traum steht er für die innere Stimme in mir, die mir hinweist, die Kontrolle komplett aufzugeben. Sie spielt mit meiner Eitelkeit (ich empfinde es als ziemlich beleidigend, daß er mich nicht gut im Bett findet) und versucht mich aus dieser Eitelkeit herauszunehmen. Als ich das schaffe, bin ich erleichtert.