Unbeständigkeit
Der Wiedehopf entgegnete: „Wenn du nur ein wenig von diesem hohen Ehrgeiz besitzt, wird er selbst über die Sonne triumphieren. Aus diesem Streben nach Höherem bestehen die Flügel und die Federn des Seelenvogels.“
Der 14. Vogel erkennt wie würdig es ist, den Weg zu begehen. Wenn diese Erkenntnis wirklich echt ist, dann wird er den Simurgh finden und sich selbst erkennen.
Das war mein Kommentar von der heutigen Lektüreabschrift. Es gibt diesbezüglich nicht viel zum Schreiben und ich möchte hier nicht mit blinden Philosophierungen anfangen.
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Ich sitze hier schon lange und es kommt nichts raus.
Die einzige Frage, die die ganze Zeit hier im Raum herumtanzt ist: Von welcher Wichtigkeit ist Selbsterkenntnis in meinem Leben? Mit welcher Ernsthaftigkeit stecke ich mein Herz darin? Und das ist jetzt keine rethorische Frage, ich frage mich das wirklich.
Ich habe die letzte Tage öfters bemerkt, wie wechselhaft ich bin. Ich kann eine Tätigkeit mit Konzentration nicht länger als 5 Minuten durchführen, egal was ich mache. Der Gedankenstrom ist so laut, daß ich wie eine Irrsinnige, in alle mögliche Richtungen gleichzeitig zu zielen versuche. Das führt mich zu einer fürchterlichen Erschöpfung: Es ist kein Wunder, daß ich gerade ein schwaches Immunsystem habe. Ich verbrenne meine Energie ohne jedes Ziel. Alle meine Projekte zerfallen in der Luft und vergehen wie Schall und Rauch.
Ich rede hier von „sein“ und „tun“ und habe es bislang nicht wirklich kapiert. Es ist alles mehr als peinlich, pure Heuchelei.
Ich lasse es so stehen. Es gibt hier nichts zu verschönen: Es nutzt nichts, den Weg mit dem Kopf begehen zu wollen. Ich brauche hier mein Herz, beide Hände und beide Füße.