1.7.2009

2009 Juli 2
by Daniela

Ich habe diese Nacht etwa 4,5 Stunden geschalfen, da ich gestern bis spät in der Uni war. Ich habe an der Dissertation gearbeitet, da ich für den heutigen Termin mit meinem Betreuer gut vorbereitet sein wollte. Während der Arbeit, erlebte ich verschiedene Emotionen und registrierte manche Mechanismen.

Anfangs war ich sehr nervös und unsicher. Ich hatte Angst, meine Erwartungen nicht erfüllen zu können. Während ich so tickte, konnte kaum etwas auf die Beine kriegen, weil alles von einem Nebel von Stress und Nervosität bedeckt war: Ich war immer entweder in der Zukunft oder in der Vergangenheit, nicht in dem präsenten Moment.

Mir wurde langsam klar, warum so viel Anspannung: Alles baute sich auf die Verleugnung meiner eigenen Verantwortung der Arbeit gegenüber. Diese Verleugnung hat eine Verwandschaft mit der Tatsache, daß ich in der Gegenwart meines Professors immer noch wie ein kleines Mädchen mich benehme. Es entwickelt sich ein ähnliches Spiel, wie ich mit meinem Vater während der Kindheit betrieben habe: Ich will ihm zeigen, daß ich gut bin und erwarte Anerkennung von ihm.

Also, es gab nichts Misteriöses oder Kompliziertes: Die Zutaten für den ganzen Stress von gestern waren einfach Scheu vor Verantwortung und Eitelkeit. Die Perspektive war nach Außen gerichtet: Was wird der Professor von mir denken; was passiert, wenn er die bisherige Arbeit schlecht findet; wie kann ich mich absichern, daß alles gut läuft; und was wird es, wenn er Sachen von mir erwartet, die ich nicht liefern kann, etc. Diese Fragen und Unklarheiten, die sich hinter der ganzen Hektik verbargen, waren auf einen Punkt gebaut: Das Bedürfnis, mein äußeres Bild diesem Professor gegenüber ungekratzt zu lassen.

Als ich das erkannte, wurde es erstmal richtig unangenehm. Ich hielt aber aus, ohne daraus Schlüsse ziehen zu wollen. Langsam verschwanden die ängstliche Gedanken und ich kam immer näher an den präsenten Moment. Die Arbeit bekam einen Schwung und ich ging mit. Es breitete sich den Brust aus und ich spürte, daß ich wieder in Ordnung war.

- – -

Um etwa 1:30h bekam ich Lust, den Körper zu bewegen. Ich ging ein paar Lieder tanzen, da die Studenten eine Party hatten.

Bisher keine Kommentare

Eine Antwort schreiben

Note: You can use basic XHTML in your comments. Your email address will never be published.

Diesen Kommentar-Feed via RSS abonnieren.