Fingerzeig: Mut

2009 Juni 23
by Daniela

Ich bin bei einem berühmten Schauspielerin eingeladen. Obwohl sie mir anfangs sehr künstlich und verstellt vorkommt, übertrieben geschminkt, verändern sich meine Eindrücke im Laufe des Gespräches mit ihr. Langsam zeigt sie ihre Wärme und Weisheit. Ich rede auch offen mit ihr. Sie sagt mir, daß ich keine Angst vor dem Leben haben soll, weil jeder früher oder später mit den eigenen Ängsten konfrontiert wird; sie hätte sich selbst gefunden, indem sie, trotz höhlische Angst, einfach „gesprungen“ hat. Ihre tiefe Überzeugung ist kräftigend und inspirierend.

Als ich heute aufwachte, spürte ich innere Ruhe und Gleichgewicht. Diese Energie war schon im Traum vorhanden, in der Gegenwart dieser Frau – und begleitete mich den ganzen Tag. Beim Laufen in der früh war ich lebendiger als sonst und freute mich, durch den Regen zu springen.

Die Frau in Traum bin ich selber. Es gibt etwas in mir drinnen, das die „Kraft des Springens“ spürt. Ich weiß nicht genau, auf was der Fingerzeig sich jetzt bezieht. Ich glaube aber, daß es um eine innere Haltung geht, die sich auf das ganze Leben bezieht: Es geht um das Loslassen von Sicherheit, es geht um Mut.

Die Lektüre Attars arbeiten in mir. Die Ausrede des 10. Vogels ist Angst. Die Fabeln in dem Kapitel erzählen von Menschen, die mit dem Tod konfrontiert werden. Manche nehmen den Tod an, anderen nicht. Niemand ist aber frei von dieser Konfrontation. Auch der weise Sufi hat Angst zu sterben, er schaut den Tod aber direkt ins Auge, mit Mut.

Mut ist nicht, keine Angst haben: Mut ist, Todesangst zu haben und trotzdem zu springen, trotzdem zu tun, trotzdem anzunehmen, trotzdem loszulassen.

Ich weiß nicht genau, wie ich diesen Hinweis auf meine jetzige Situation praktisch verwenden kann. Es ist aber ein Fingerzeig, auch wenn ich jetzt nicht klar sehen kann, aus was.

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