Geistiges Herumtrödeln
Heute habe ich den ganzen Tag nur getrödelt. Ich saß im Büro mit dem Text vor mir und den Büchern um mich herum, konnte die Arbeit aber nicht voranbringen. Ich fiel auf alle mögliche Ablenkungsmanöver hinein, ohne dagegen etwas machen zu können.
Nein. Wenn ich diesen Eintrag so weiterschreibe, kann ich gleich aufhören. Ich bin hier nicht ehrlich.
Es war anders: Ich sah die Arbeit vor mir und drückte mich davor, indem ich mich an Texten und Links im Internet verlor. Dieses Internet-Surfen war nicht eine äußere Instanz, die Kontrolle über mich übernommen hat, sondern sie war die „Verlängerung“ meines abwesenden Zustandes. Ich sprang freiwillig in die Trödelerei hinein, weil ich verschlafen war. Was für ein Preis ich dafür bezahlt habe, merke ich erst jetzt: Ich bin völlig erschöpft und habe nichts zur Stande gebracht. Dieses Surfen saugte eine gewaltige Energie von mir. Es ist echt unglaublich. Ich fühlte mich vor 10 Minuten noch wie ein Zombie.
Es reicht nicht, mich zu entscheiden: „Ich mache es nicht mehr“. Es ist notwendig, diese Maschinerie am eigenen Leib zu spüren, um ihre Sinnlosigkeit zu erkennen.
Erst jetzt komme ich zurück zu mir.