Laufen
Heute war ich sehr müde, als der Wecker klingelte. Ich schlief wieder ein. Als ich aufgewacht bin, war es schon fast 8h. Es kostete mich Überwindung, aufzustehen und die Laufklamotten anzuziehen. Ich registrierte viele Ausrede und Tricks der Verstand, um das Laufen zu boykottieren. Ich schenkte den Stimmen aber keine Aufmerksamkeit und ging. Beim Laufen registrierte ich die Oktaven, wovon G. spricht – die vor kurzem im Wiki bearbeitet wurden. Das erste Intervall war sehr deutlich zu erkennen: mein linkes Knie meldete sich (normalerweise habe ich nie Probleme mit dem linken Knie. Wenn, ist es immer das rechte, das sich meldet) und signalisierte etwas wie leichte Schmerzen. Ich lief aber weiter und es war unglaublich zu bemerken: Die Schmerzen verschwanden, bzw. waren nicht echt. Sie waren nur „Scheinschmerzen“, oder ein Manöver des Körpers, um nicht aus dem bequemen Zustand herauskommen zu müssen.
Ich erinnerte mich daran, daß ältere Marathonläufer leistungsstärker als jungere sind. Ich glaube, daß es daran liegt, daß die ältere normalerweise (bestimmt nicht immer) sich besser kennen. Sie kennen diese „falsche Signale“ des Körpers und lassen sich nicht täuschen. Sie wissen, daß wenn der Körper auf „müde“ einschaltet, noch sehr viel Kraft und Energie vorhanden ist.
Aber zurück zu meiner Lauferfahrung von heute morgen: Der zweite Intervall spürte ich gegen Ende der Strecke. Ich überlegte, ob ich die letzte 300m viel langsamer machen sollte oder sogar vielleicht aufhören – ich war auf einmal sehr müde. Ich experimentierte aber weiter. Plötzlich wurde mir sehr heiß und ich schwitze mehr als normal – damit spürte ich eine extra Kraft, die ich nicht dachte, sie wäre möglich. Vor der Haustür fragte ich mich, wieso ich vorher müde war, es ging mir super. Ich lief noch 5 Minuten länger als normal und machte Yoga- und Dehnungsübungen.
Danach war ich einfach glücklich und entspannt.