28.3 Inspirierende Begegnungen

2009 April 30
by Daniela

Heute war ich war schon früh wach und ging laufen. Nach dem Duschen und Frühstücken, hatte B., der Mitbewohner von P., gerade Zeit und begleitete mich zum Planungsamt der Stadt. Dadurch war ich sogar 20 Minuten zu früh für meinen Termin und es fiel mir auf, wie schön es ist, nicht rennen zu müßen und nicht verspätet zu sein. Es entsteht auf einmal eine innere Wertschätzung und Klarheit, die alles begleitet, bis ins Detail.

Das Gespräch mit dem Mann, der die Vision und Realisierung der Rheinuferpromenade länger als 10 Jahren begleitet hat, war äußerst spannend. Seine Ansicht, daß so ein Projekt nur mit dem Vertrauen an Gott zu Stande gebracht werden konnte, berührte mich. Obwohl ich nicht an diesem Gott glaube, von wem er redete, fand ich seine Demut wirklich berührend. Es war für mich irrelevant, welche Worte er dafür benutzte, sondern was dahinter steckte: Die Idee, daß etwas Größeres mitgewirkt hat, ohne das die Verwirklichung des Projektes nicht möglich gewesen wäre.

Am Nachmittag hatte ich auch das Glück, den Landschaftsarchitekt kennenzulernen, der ein wichtiger Teil des Projektes entworfen hat. Heute ist er über 80 Jahre: Top-fit und beruflich immer noch tätig. Als wir durch sein Werk spazierten, wurde mir klar, daß nicht viele Fragen nötig waren: Alles war selbsterklärend; die Schönheit traf direkt ins Herz – der größte Beweis dafür war die Annahme des Parks durch die Bevölkerung. Es gab keine Philosophie, die er sich ausgedacht hat, um die schöne Projekte auf die Beine zu stellen; alles was er machte, war auf seinen eigenen Empfindungen zu zuhören und das zu machen, was er am liebsten macht: Zeichnen, Gestalten, Entwerfen. Bei ihm sah ich den Geist des Schöpfers, der die Kräfte des Lebens erkennt und sie mit den eigenen Kräfte verbindet, um Wert zu schaffen.

Das zu erleben ist inspirierend. Es macht mich aber auch unsicher und bringt mich durcheinander: Worauf warte ich? Wovor habe ich Angst?

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