Unsicherheit

2009 April 21
by Daniela

Der Professor, der mich bei der Dissertation betreut, ist krank. Er war die letzten Wochen im Krankenhaus und es ging ihm nicht gut. Als ich hörte, daß es ihm wieder besser ging, schaute ich spontan ins Krankenhaus vorbei, um ihn zu besuchen. Ich traf ihn aber nicht, da er in dem Tag ‘beurlaubt’ war – „Ein gutes Zeichen!“, dachte ich beruhigt. Nun ist jetzt wieder unklar, wie die Sachen sich weiterentwickeln werden. Das Unbehagen schlägt mich wieder. Die Einsicht, daß es durchaus möglich ist, daß er auf einmal nicht mehr hier ist, trifft mich direkter als zuvor.

Obwohl ich in den letzten Zeiten nicht viel mit ihm im Kontakt war (das letzte Mal, daß ich mit länger über die Dissertation geredet habe, war vor etwa 2 Monate), dürfte ich, während diesen Jahren, Etliches von ihm lernen. Manche Gespräche sind wie eingebrannt in meinem Gedächtnis.

P. hat mich oft auf die richtige Fragen aufmerksam gemacht und mir gezeigt, wie viele Ebenen beim Entwerfen mitschwingen und eine Rolle spielen können. Fertige Antworte hat er mir aber nie gegeben, sondern Anregungen – wenn er bemerkt hat, daß ich dafür genügend gearbeitet habe. Obwohl der Betreuer in D. „Doktorvater“ bennant wird, wurde mir immer klarer und klarer gemacht, daß er in dem Sinn kein Vater sein würde, und daß ich die volle Verantwortung für meine Arbeit übernehmen müßen würde. (Was ich aber noch nicht mit meinem ganzen Herzen kapiert habe).

P. ist nicht nur eine wichtige Bezugsperson für meine Arbeit, sondern eine Art lebendiges Beispiel für Exzellenz. Er ist einer diesen wenigen Professoren, die keine Theoretiker sind, sondern Praktiker – und genau deswegen bewundere ich ihn so sehr: Weil er das, was in der Uni gelehrt wird, unmittelbar mit dem Ort und mit der Praxis in Verbindung gebracht hat. So ein Mann lernt man nicht in jeder Ecke kennen.

Jetzt, daß es wackelig mit seiner Gesundheit wird, merke ich, daß ich unsicher werde. Obwohl die Doktorarbeit nur an mir selber liegt, ist es offensichtlich, daß ich noch nicht die ganze Verantwortung dafür übernommen habe. Das hat auch mit den Hinweisen in FF zu tun, daß ich bzgl. des Traumes mit meinem Vater bekommen habe.

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