Tango

2009 April 15
by Daniela

Heute haben wir zur dritt geprobt, da die anderen wegen Osterferien noch weg sind. In so einer kleinen Besetzung dürften wir Anspruchsvolleres ausprobieren: Tango.

Es war interessant mitzubekommen, wie etwas klein, ängstlich und wackelig anfängt, und immer sicherer, zentrierter und freier wird. Die Stimmen hatten unterschiedliche Rhytmen, was erstmal verwirrend war. Unkoordiniert und etwas überfordert, versuchten wir wie kleine Kinder in einem fremden Land, ein Gespür für die Musik zu bekommen. Es machte richtig Spaß. Obwohl ich oft Tango gehört habe, hatte ich bis heute noch nie versucht gehabt, Tango selbst zu spielen. Was für eine schöne Überraschung! Hier hat man wenig Chance, mit dem Kopf etwas hinzubekommen. Das Tempo zu zählen verwirrt oft mehr, als es hilft; aber die Wahrnehmung! Die ist das einzig Präzise genug, um das Rhythmus genau auf den richtigen Schlag zu bringen – keine Sekunde zu früh, keine Sekunde zu spät.

Ich kann mich nicht nach anderen richten, sonst klappt meine Stimme nicht. Ich muß meinen eigenen Weg gehen, mutig und forschend. Trotzdem ist es unbedingt nötig auf anderen hören: Nur das Aufeinander-Hören ermöglicht, daß das Ganze „zusammenklebt“ und wie eine harmonische, bewegliche Skulptur wirkt. Auf einmal, wie Magie, sitzen wir alle auf den gleichen Pferd und es wird sogar möglich, einen Tick schneller zu galoppieren.

Freude regiert.

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