Verlustfurcht

2009 April 11
by Daniela

Ich bin wieder bei den Gärten heute, die ich so gern mag. Es fühlt sich aber anders an. Die Offenheit von gestern ist heute nicht da. Die Blumen kann ich heute kaum mit Genuß anschauen. Etwas in mir ist ungelöst, unfrei, unsauber. Darüber muß ich schreiben. (Gegen das Trübe in meiner Innenwelt hilft nur das Schreiben. Das Schreiben öffnet die Möglichkeit, zurück zum Zentrum zu kommen: Da, wo keiner das Bedürfnis hat, irgendetwas zu verändern. Alles andere hat den Geschmack von Ablenkung: Es mag ja für einen Moment sogar funktionieren, wirkt aber provisorisch. Nachher kommt das Unbehagen verstärkt hoch, weil die Hintergründe nur weggeschoben bzw. weggedrängt wurden).

Das Problem ist: Schreiben kann schmerzhaft werden. Ich schreibe lieber über Sachen, für die ich einigermaßen eine Verständnis spüre. Es ist schwieriger über etwas zu schreiben, was in mir fremd ist und ich nicht begreifen kann. Es fühlt sich manchmal an, als ob ich kurz davor wäre, in den Abgrund zu springen.

Was macht heute meine Seele trüb? Die Angst, meine Gefühle zu zeigen. Sobald ich meine Gefühle verleugne, aus irgendwelchen Gründen (Angst, Unbeholfenheit, Feigheit, Unreife, Selbstzweifel), vertopft sich etwas in meinem Herzen. Es ist fast wie eine Strafe für die Lüge. Lüge heißt hier die ‘Seelenabspaltung’: A zu fühlen und B nach Außen zu zeigen.

Es geht um die Gefühle, die M. in mir auslöst. Ich hätte das Thema so gern abgehackt, meine Gefühle zeigen aber anders. In seiner Gegenwart spüre ich eine riesige Freude, die ich aber aus irgendwelchen Gründen, nicht mehr zeigen will. Ich weiß nicht genau, wieso ich mich da schließe. Meine Gefühle scheinen auf einmal bedröhlich zu sein und zu groß für mein Herz. Ich bekomme sehr schnell mit, daß ich hier überhaupt keine Kontrolle habe. Ab dem Punkt wird es mir klar: Ich könnte alles verlieren.

Was meine ich hier noch zu besitzen?

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