Die Solistin

2009 März 29
by Daniela

Bei dem Konzert in M.  faszinierte mich die Solistin am meisten. Obwohl ich sie schon bei einer anderen Gelegenheit gehört hatte, war die Wirkung auf mich nicht im geringsten wie dieses Mal. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals zuvor jemand gesehen zu haben, die den Instrument mit so einer Intimität und Wärme berühren konnte. Der Gleichgewicht zwischen Genauigkeit und Weichheit rufte etwas in mir wach. Ich spürte es mit meinem Körper im Bereich vom Bauch und Hüften. (Wahrscheinlich hat das etwas mit meiner sexuellen Energie zu tun).

Es interessierte mich sogar weniger, was sie spielte und viel mehr, wie sie spielte. Der Bogen war wie eine Verlängerung ihrer Arm. Sie berührte die Geige mit einer Zuversicht, die diesem Raum mit Leben erfüllen konnte. Sie war nicht die Herrscherin, sondern die Verschmelzung zwischen Mensch und Musik. Wie kann man die Tönen so genau treffen und gleichzeitig so offen für jede Sekunde sein? Wie kann man so konzentriert und hingebungsvoll spielen, ohne jede unnötige Spannung?

Das was die Frau auf die Bühne gemacht hat, war alle in diesem Saal zu erinnern, was Liebe ist. Ich bin so dankbar.

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