Blind und kalt
Die Antwort auf die Frage im Forum, woran der Grundunterschied zwischen einem Selbsterkenntnis-Tagebuch und einem normalen Blog liegt, ist hilfreich für mich. Obwohl genügend Material im Wiki und in den anderen Schulplattformen zur Verfügung steht, tut gut, wieder frisch daran erinnert zu werden, was der eigentliche Sinn eines solches Instrumentes ist: Sich selbst sehen zu lernen.
Die eigentliche und einzige Frage, die hier einen Sinn macht ist: Was ist meiner aktuelle Lage? Womit habe ich gerade zu tun? Was muß ich mit mir selber klären?
Gestern war die Frage: fühle ich mich jetzt einsamer auf dem Weg, wenn keine S. mehr da ist, mit der ich mich identifizieren kann? Ja, gestern tat es noch weh und ich fühlte mich einsam. Heute scheint mir die Frage weit weg und unaktuell. Ich spüre überhaupt keine Brisanz mehr. Was ist dann nun aktuell???
Ein Manöver meines Egos scheint meine ganze Aufmerksamkeit aufgeschnappt zu haben. Ich bin komplett blind. Im Moment kann ich überhaupt nicht sagen, was meine aktuelle Themen sind. Beschäftigung mit anderen, Zerstreuung, Verzetteln, Ungeschicktheit mit praktischer Arbeit und Verwirrtheit wirken nur wie leere oberflächliche Worte auf mich. Die Betroffenheit, wovon G. im Forum gesprochen hat, kann ich nicht im geringsten spüren. Ich begegne mich hier mit einer eifernde und blinde Distanziertheit. Zwischen meinem Verstand und ich ist eine dicke Wand. Kann ich etwas machen, um diese Wand durchzubrechen? Diese Blindheit tut mir weh. Es wird mir eiskalt.