Selbst-Missbrauch
Der Hinweis heute im Forum traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Mit der Entlarvung, fühlte ich mich wie nackt. Ich sah, wie den Magen sich zusammenzog. Genau die Stelle, wo es am meisten peinlich wird, wurde berührt. Anstatt eine blöde Antwort zurück zu schreiben, die mit tausenden Puffern gegen dem Moment der Betroffenheit vergiftet wäre, ließ ich den Schmerz wirken. Erst jetzt kann ich darüber schreiben. Ich muß es… anders geht es wirklich nicht.
Interessant ist es, daß ich dachte, das Thema wäre für mich erledigt… in Wahrheit gibt es noch so viel zum Reinigen. Zum Glück ist GL nochmal darauf eingegangen… wenn er mich nicht geschüttelt hätte, würde ich weiter schlafen und puffern, während im Kern alles trüb und dreckig bleibt. Jetzt lege ich kein Tuch auf mich, um es für mich erträglicher zu machen. Nein. Ich kann es nicht anders, als jetzt den schmutzigen Stellen anzuschauen. Ich tue es für mich selber, weil ich mich selber liebe. Meine innere Stimme habe ich genügend die letzten Tagen vernachlässigt… jetzt lasse ich sie schreien! Jetzt, daß es immer noch brennt, setze ich mich damit auseinander. Auch wenn ich einen Zirkus daraus mache.
Ich sage nein zu mir, um anderen zu gefallen. Wie krank ist denn das? Wo habe ich so einen Müll gelernt?!! Wo habe ich es gelernt, mich selber dermaßen zu vergessen? Wo habe ich es gelernt, meinen eigenen Gefühlen, meinen Empfindungen, mein Bewusstsein und meinen Kern so zu vergewaltigen!? Wofür? Um anderen nicht zu enttäuschen!!??
Es ist mir einfach nicht wert. Aus Bequemlichkeit, aus Dummheit, aus Angst, aus Abhängigkeit, aus Unreife. Es ist jetzt egal. Ich tue es nie wieder! Weil ich dabei das Wertvollste verliere: Mein eigenes Zuhause.
„You never know what is enough unless you know what is more than enough“, sagte Blake. Ja, genau. Erst jetzt, wenn ich an den vergangenen Tagen denke, weiß ich wie Selbst-Missbrauch schmeckt. Und es reicht mir, für alle Ewigkeit. Ich werde nie wieder nein zu mir sagen, wegen Angst, nein zu anderen zu sagen! Nie wieder. Es ist mir egal, ob ich unerträglich werde und allein sterben muß. Ich kann mich dann wenigstens im Spiegel anschauen.