Selbst-Mißbrauch

2008 August 28
by Daniela

Gestern, als ich schlafen gegangen bin, hatte ich leicht Kopfweh, ein seltsamer unangenehmer Druck ganz oben im Kopf. Es hat mit meiner unendlichen Willkürlichkeit und Chaos zu tun. Ich war gestern so passiv, verloren und zufallsbedingt wie noch nie. Besser gesagt, ich habe nie so wahrgenommen, wie verpennt ich meinen Tag verbringen kann. Es ist unangenehm darüber zu schreiben.

Ich beschreibe, so ungeschminkt wie möglich, meinen gestrigen Tagesablauf: als ich aufgewacht bin, bevor ich richtig gefrühstückt habe, habe ich den Computer angemacht, um meinen Traum aufzuschreiben. Ich hatte den Zweifel, ob man zwischen brauchbare und unbrauchbare Träume unterscheiden sollte und habe eine Email an GL geschrieben. Der Plan war dann, „jetzt konzentriere ich mich voll auf der Analyse von L. und komme da mit der Doktorarbeit weiter.“ Als er meine Email beantwortet hat, habe ich sofort mich weiter damit beschäftigt. Wir haben ein paar Emails gewechselt, bis er in der letzten Email ganz klar die Sachen auf den Punkt brachte und ich flüchtete. Ich dachte, „gut, am abend werde ich mich weiter damit beschäftigen.“

Dann habe ich mit der Analyse angefangen. Als ich gerade geschafft habe, mich reinzuarbeiten und angefangen habe, über L. zu schreiben, klingelte M. an der Tür. Wir hatten ausgemacht, daß ich Photos von ihm mache. Ich habe auch Hilfe mit dem Wasserhahnanschluß gebraucht, was sehr lange dauerte. Ich war erschrocken zu merken, daß es schon Mittag war. Wir haben etwas gegessen und weiterversucht das Problem mit dem Wasserhahn zu lösen. Wir kamen uns näher und ich kriegte eine himmlische Massage. Ich entspannte mich so tief wie bei einer Akupunktur-Behandlung. Als ich aufgewacht war, war das Problem mit dem Wasserhahn gelöst. Wir kamen uns wieder näher und schliefen zusammen. Dann machten wir die Photos und verabschiedeten uns. Es war etwa 16 Uhr, als es weg war. Dann dachte ich, gut, jetzt versuche ich noch mit der Doktorarbeit etwas zu schaffen. Es war aber unglaublich: das Telefon würde nicht aufhören zu klingeln. Und in Skype, 4 oder 5 Leute wollten mit mir sprechen – obwohl ich „away“ war. „Wann fliegst Du?“, „Schaffen wir uns zu treffen, wenn Du in SP bist?“, „Gute Reise“, „Hast Du schon alles verpackt?“ etc. B. war auch online und mit ihm wollte ich reden. Für ihn hatte ich ja natürlich Zeit. Dann hat E. aus B. angerufen: „Ich kann nicht mehr warten, Dich zu sehen!“. Oh, es war mir leicht übel…

Es war schon abends und ich habe angefangen zu zeichnen. Ich habe 3 Stunden gezeichnet und vergessen, Abendbrot zu essen. Ich habe gestern sogar fast nichts getrunken, so sehr ich nach Außen gerichtet war. Kein Wunder, daß ich Kopfweh hatte. S. hat noch angerufen und wir haben 40 min über unsere „Erkenntnisse und Weisheiten“ geredet. Ich glaube, daß ich wirklich verrückt bin.

Was mache ich mit meinem Leben? Bin ich eine gierige Maschine, die nur Menschen um sich herum sammelt? Was will ich damit? Es ist gerade so unangenehm. Ich fühle mich so eklig. Ich bin die, die sich selbst die ganze Zeit mißbraucht. Deswegen habe ich Alpträume mit Vergewaltigung und bin so erschöpft, als ich schlafen gehe.

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